Nachdenk-Geschichte: Neustadt 2020

Es war ein wunderschöner Morgen in Neustadt City. Die Vögel twitterten von den Bäumen und die Schornsteine der Mansions smoketen im leisen Wind vor sich hin. Das Weed in den Vorgärten bewegte sich sacht und die Sonne strahlte vom Himmel herab wie um der Erde mitzuteilen, wie sehr sie sie likete.
Max Musterman begab sich leise in die Küche um Bacon & Eggs vorzubereiten. Während seine Frau Erika noch im Standby vor sich hin schlummerte, startete er auch den Sandwichmaker. Er hätte den Toaster bevorzugt, aber den hatte vor Kurzem ein Stromschlag gekillt. Als alles fast fertig vorbereitet war, kam auch Erika nach unten. So ganz ohne Make-Up hatte sie immer einen ganz anderen Look, fand er. „Du bist ein Gentleman.“, sagte sie happy und schenkte ihm einen Kuss. Während sie aßen, las Max die News auf seinem Tablet und Erika spielt ein Handygame auf ihrem Smartphone. „’Neustadt Citys Beach jetzt social’“, las Max vor. „Muss man denn wirklich einen Beach mit Social Plugins ausstatten?“ „Warum nicht?“, antwortete Erika. „Ein kleines Update könnte dieses langweilige Stück etwas gebrauchen. Die tropischen Pflanzen, die mit der Augmented Reality created wurden sind doch auch stylisch.“

In diesem Moment klingelte es an der Tür. Max stand auf, öffnete und nahm die Mail entgegen. „Magda hat uns ein Paket aus dem Urlaub gepostet.“, sagte Max, als er zurück in die Küche kam. „Nice!“, antwortete sie. „Ich habe ihre E-Postcard aus Marokko gestern gelesen. Sie war der Ansicht, dass es ein paar Tage brauchen würde.“ „Sie glaubt wohl nicht an den neuen Digital Transport?“, fragte Max, als er ihr das Paket reichte. „Nope.“

Erika enterte den Code, den ihr ihre Mum mitgeteilt hatte und die Kiste öffnete sich. Obenauf lag eine Notiz auf E-Paper: „Ein bisschen Fast Food für meinen Star! :*“ Darunter lagen ein paar offenbar marokkanische Specials, die stark den hiesigen ähnelten. „Und die Globalisierung hat sie auch noch nicht verstanden.“, sagte Erika lächelnd. Max hatte sich derweil wieder in die News vertieft. Während er über den Rausschmiss des Coaches des FC Neustadt City las, sprang Erika hektisch auf. Surprised blickte er auf. „Ich habe doch noch ein Jobinterview heute!“, sprudelte es aus seiner Frau heraus. „Jetzt muss ich mich aber beeilen!“

Während sie nach oben stürmte, um sich offenbar mit allerlei Cosmetics zu photoshoppen, schaute er sich das Entertainmentprogramm an. Der erste Thread drehte sich offenbar um einen Mann, der ein Gadget zur Herstellung digitaler Chicken Wings erfunden haben wollte. Max konnte sich nicht vorstellen, dass die dann wirklich tasty sein würden. Währenddessen kam Erika fresh gedresst nach unten und begann, nach den Autoschlüsseln zu googeln. „Sie sind schon in meiner Tasche; Das hätte ich mir denken können!“, sagte sie nach einiger Zeit. „Ich bin in zwei Stunden wieder da, ist das cool?“ „I like.“, antwortete Max abwesend.

Erika ging nach draußen, unlockte den Truck und loggte sich in das System ein. Während sie die Hauptstraße hinunter fuhr, sagte sie sich, wie schön Neustadt City doch war.

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Ich hoffe, die Geschichte gefällt allen! Wie euch sicher aufgefallen ist, ist der Inhalt in diesem Fall nebensächlich. Das Augenmerk liegt auf derübermäßigen Verwendung von Anglizismen.

Damit biete ich einen Blick in die Zukunft, in der sich folgende Dinge abzeichnen: Die fortschreitende Amerikanisierung („Bacon & Eggs“, „Truck“, „City“) und generell die weitere Einführung von Anglizismen. Zugegeben, letzteres habe ich durch deren massige Verwendung parodiert. Ich glaube nicht, dass es so weit kommen wird. Des weiteren gibt die Geschichte einen Ausblick auf die fortschreitende Technisierung und die Verdrängung alter Medien (Tablet-Computer anstatt Zeitung). Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vermischung von realer und virtueller Welt („Augmented Reality“ bzw. Erweiterte Realität, „Digital Transport“). Letzteres habe ich auch sprachlich durch Begriffe („liken“, „googeln“, „twittern“, „Mail“) eingebunden, die in unserem heutigen Sprachgebrauch auf die virtuelle Welt beschränkt sind. Außerdem habe ich die Globalisierung (marokkanische Spezialitäten, die stark den hiesigen ähneln) und den Nachteil der älteren Bevölkerung (die Mutter, die die Globalisierung nicht verstanden hat) eingebunden.

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