Rückbesinnung – jetzt oder nie

Geht es eigentlich nur mir so, dass mir das Leben so kompliziert vorkommt? Oder ist das Leben tatsächlich kompliziert? Und betrifft das nur die Gegenwart? Oder war das schon immer so? Wir leben heute in einer Welt, die sich schneller dreht denn je. Wir leben in einer Zeit, in der die Dinge komplexer sind als je zuvor. Ständig ändert sich etwas, ständig gibt es Neuheiten und vor allem gibt es verschiedene Informationen von allen Seiten. Ich frage mich, ob das schon immer so war.

Viele fühlen sich heute verloren. Wer weiß denn schon, was er im Leben gern erreichen möchte, wer weiß denn, wo er wirklich hingehört? Die Hektik und die Bewegung überkommen uns und der Takt des Lebens schlägt schneller als der des Herzens. Vielleicht ist das der Grund, warum so viele falsche Entscheidungen gefällt werden: Wir nehmen uns nicht genug Zeit.

Vielleicht gibt es aber auch einen anderen Grund. Wir haben heute Wissen, dass unsere Art innerhalb von Zehntausenden von Jahren angehäuft hat. Wir haben Technologien, die vor fünfzig Jahren entweder Sciencefiction oder noch gar nicht erdacht waren. Unsere Gesellschaft ist so leistungsfähig wie nie zuvor. Vielleicht überwältigt uns all das. Vielleicht ist es ein zu großes Erbe, zu viel Verantwortung. Durch diesen Berg von Wissen und Möglichkeiten sieht niemand mehr hindurch. Es gibt so viele Mythen und Illusionen, denen wir nachhängen und an die wir ohne jeglichen Beweis glauben, obwohl wir angeblich solch rational denkende Wesen sind! Dieser Informationsüberfluss bewirkt Kapitulation; Anstatt das zu tun oder zu denken, was richtig ist, tun oder denken wir das, was am einfachsten ist, nur um unsere Ruhe zu haben.

Vielleicht ist es auch der Blick auf die Zukunft, der uns zu schaffen macht. Sind wir nicht die Krisengeneration? Sind wir nicht die, die sich (womöglich) Finanz-, Wirtschafts-, Schulden und Bankenkrisen, Rezensionen und demografischem Wandel, Klimaveränderung und Ressourcenknappheit, Welthunger und Umweltverschmutzung entgegen stellen müssen? Haben wir nicht Angst vor dem, was die Zukunft bringen könnte; Vor Polizeistaaten, Gentechnik und Untergrundorganisationen oder Konzernen, die plötzlich die Macht übernehmen könnten? Haben wir nicht Angst vor der Art, wie wir morgen unser täglich Brot verdienen? Uns wird vorausgesagt, dass neue Wirtschaftszweige wachsen werden (was nicht zu leugnen ist), während andere schrumpfen. Traditionelle Arbeits- und womöglich Wirtschaftsformen taugen nichts mehr. Innovationen müssen her!

Aber warum? Langsam wächst in vielen diese Ungewissheit. Man fragt sich, ob nicht alles nur gelogen war, ob man nicht nur dem System dient, das in naher Zukunft zusammen brechen kann, ob man eigentlich das macht, wozu man fähig und am Leben ist. Wir fragen uns, ob wir unsere Technologien und unser Wissen, die großen Autos und feinen Anzüge wirklich brauchen. Kurzum, wir fragen uns, wo das Glück bleibt, das uns das System versprochen hat. Stattdessen liefern uns die Nachrichten eine Krisenmeldung nach der anderen.

Ist es Enttäuschung, die uns verzweifeln und viele vollkommen kapitulieren lässt? Falls ja, gibt es nur eine Lösung: Abkehr. Abkehr vom System, von den falschen Versprechen und den falschen Leuten. Abkehr vom gezwungenen Lächeln und von den Drogen, die wir uns gegeben haben. Wir müssen uns zurück besinnen auf das Wesentliche. Wozu bin ich am Leben? Was möchte ich? Warum möchte ich das? Ich denke, ganz in unserem Inneren wissen wir sehr gut, wohin wir möchten. Wir müssen nur lernen, auf unser Inneres zu hören.

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Ein Gedanke zu „Rückbesinnung – jetzt oder nie

  1. Pingback: Endstation Fortschritt | Nachdenk-Blog

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