Über den sogenannten Kreislauf des Geldes

Die Erde funktioniert bewiesenermaßen in einem Kreislauf. Auf das Leben folgt Tod, aus Totem wird wieder Lebendes; Wasser verdunstet und regnet wieder ab; Sommer und Winter geben sich die Klinke in die Hand. Es gibt überhaupt nichts, was nicht auf diese Art funktioniert. Auch Energie aus Sicht der Physik wird nie mehr oder weniger, sie wird nur in verschiedene Formen umgewandelt. Warum also sollte das mit Geld nicht genauso funktionieren?Wir sind heute zumeist der Ansicht, dass wir mehr Geld anhäufen und damit größeren Reichtum bunkern oder gar erschaffen könnten. Und es stimmt: Geld wird erschaffen. Nur das hatte man doch bei der Einführung dessen gar nicht bezweckt, oder? Es sollte ein Tauschmittel sein, mit dem sich zwischen verschiedensten Gütern konvertieren lässt. Und obwohl es heute so viel mehr Geld gibt als Jahrhunderte zuvor, hat heute keiner mehr genug. Selbst die „reichen“ Staaten versinken in Schulden. Schlecht gewirtschaftet? Faule Griechen? Also bitte!

Das Geld wird nicht mehr nur durch Zentralbanken in Umlauf gebracht, sondern durch Zinsen erschaffen. Diese Form wird dann bei den Begünstigten Kapital genannt, bei den Schuldnern – überraschenderweise – Schulden. Wie man es auch nennt; es wird mehr. Entgegen der Tatsache, dass die Ressourcen der Erde trotzdem die gleichen bleiben, wird hier bis ins Unendliche kreiert. Die Zahlen in den Computern schießen in die Höhe und verlangen einen ebenso starken Anstieg der realen Güter, um eine Inflation zu verhindern. Das mag eine Weile funktionieren, aber wenn der Planet ausgelaugt ist, ist Schluss.

Ist das nicht auch eine Art Kreislauf? Ein Kreislauf, in dem Geldwerte und Güter einander stützen und aufbauen? Nein, es ist ein Wettlauf in die unendlichen Weiten, abgehoben von der Realität. In einem Kreislauf blieben Geld- und Gütermenge konstant und würden nur füreinander ausgetauscht. Und hier zeigt sich, wie unsinnig dieses Denken ist, dass man mit mehr Gütern oder Geld Wohlstand schaffen könnte. Wenn sich alle Güter an einem Ort anhäufen, fehlen sie woanders. Selbiges gilt für Geld. Ist es hier, kann es nicht dort sein.

Wer glaubt, Wohlstand durch Anhäufung von Gütern oder Geld erschaffen zu können, irrt. Er baut diesen Reichtum zwangsweise auf dem Leiden anderer, denen diese Güter oder dieses Geld fehlen. Diese Ungleichheit muss irgendwann zum Bruch führen, das haben Ungleichheiten so an sich. Wenn die eine Seite der Waage schwerer ist als die andere, sinkt sie tiefer. (Moralische Assoziation?) Wird sie zu schwer, bricht die Waage.

Was wir brauchen ist ein Verständnis davon, wo die Mitte ist. Wir brauchen Harmonie. Wir brauchen vor allem ein System, das unsere Fehler ausgleicht und die Waage selbst hält. Alles ist ein Kreislauf und wenn die Armen eines Tages reich werden, tauschen wir unweigerlich Positionen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s