Schluss mit Papier!

Ich denke, ich habe schon einmal erwähnt, dass ein Kanadier nur eins weiß, wenn es zu Kaffee oder Fast Food kommt: Tim Hortons. Die landeseigene Restaurantkette findet man hier wie Sand am Meer – manchmal noch öfter – und amerikanische Konzerne spielen daneben eine unbedeutende Rolle. Davon abgesehen scheint mir, dass Tim Hortons wohl Kanadas größter Papierverbraucher und zugleich Verursacher von Reinigungskosten ist, denn die berühmten Kaffeebecher aus Papier liegen überall.

Ich selbst hatte mir vor Kurzem vorgenommen, dem etwas Einhalt zu gebieten, schon deshalb, weil ich nicht ständig Becher wegschmeißen möchte, die man noch fünf mal wiederverwenden könnte. Ich hatte mir also vorgenommen, immer meine kleine Thermokanne mitzunehmen und das Getränk dort hinein füllen zu lassen. So weit, so gut. Doch dann kam ein neuer Schicksalsschlag, ein Coup des Kapitalismus: Gewinnspiele. Gerade als ich von Quebec auf dem Weg nach Ontario war, begann diese Aktion und untergrub meinen Willen: 

40 Toyotas und so weiter – das sind starke Argumente. In der Folge habe ich in letzter Zeit leider Unmengen an Getränken bei Tim Hortons gekauft, noch dazu natürlich im Papierbecher. Das hat mich viel gekostet und gelohnt hat es sich bisher nicht wirklich: Ich habe sagenhafte zwei Kaffees gewonnen. Davon abgesehen natürlich habe ich eine Menge Papier verbraucht und mich nach jeder Bewegung in Richtung Mülleimer schlechter gefühlt. Und nun sitze ich hier und denke mir: Habe ich mich wirklich so leicht erblinden lassen?

Anscheinend bin ich nicht der Einzige. Die Restaurants sind voll und die Becher gehen weg wie warme Semmeln. Selbst wenn man eine Kanne mitbringt, geben die einem noch einen Becher dazu, das gehört wohl zur Etikette. Und wir Schafe kaufen und trinken fleißig, weil wir alle einen Toyota haben wollen. Zugegeben, ich hätte mich schon über einen Donut gefreut, aber es läuft auf das Gleiche hinaus: Man könnte ja vielleicht eventuell schlussendlich dieses Mal womöglich endlich das große Los ziehen.

Und was bleibt? Ich sitze da, bin wieder enttäuscht, habe weniger Geld und fühle mich schuldig. Um wieder auf die Bahn zu kommen, werde ich ab jetzt wieder konsequent meine Kanne befüllen lassen und Papier strikt ablehnen. Basta.

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