Wenn ich König von Deutschland wäre: Außenpolitik Teil 1

Hiermit komme ich wieder zu einem Beitrag meiner Reihe „Wenn ich König von Deutschland wäre“. Mir geht es dieses Mal um Außenpolitik. Wie sollte man sich am besten gegenüber anderen Staaten verhalten? Ist die amerikanisch-imperialistische Schiene die beste, oder die neutrale schweizerische? Wie steht es mit Bündnissen und Handel? Meine Gedanken dazu folgen jetzt.Die Erde oder Einzelstaaten

Ich muss erst einmal etwas weiter abschweifen. Sehen wir die Erde erst einmal als Ganzes. Was ist die Erde? Ein Planet, Wasser, Berge, Wälder, Klimazonen, Kontinente. Alles, was darauf abzielt, diese Teile in kleinere zu zerlegen – Territorien, Staaten, Nationen, Königreiche und Ähnliches – sind vom Menschen oder anderen Tieren geschaffen und der Realität ziemlich egal. Darüber hinaus bedeutet eine Grenze immer eine Schranke, eine Unterbrechung und Abgrenzung. Sie baut auf Konflikten auf; ob sie sie nun löst oder hervorruft.

Wäre es in diesem Sinne nicht besser, von einer Welt ohne Grenzen zu reden, vom Planeten Erde und nichts anderem? Keine Rede von Deutschland, von der EU oder überhaupt Europa? Das würde eine vereinte Menschheit einschließen. Nun, das ist definitiv ein wünschenswerter Zustand, nur scheint er mir weit entfernt von der Realität. Der moderne Staat existiert, weil sich durch die geographische Entfernung immer wieder eigene Kulturen bilden, die an diversen Punkten mit anderen in Konflikt geraten.

Beispiel China und Tibet

Also verwerfen wir die Idee der vereinten Menschheit fürs Erste; Kommen wir zurück zu Deutschland als Staat. Welche Außenpolitik halte ich für sinnvoll? Bisher war ich immer sehr stark der schweizerischen Idee zugeneigt: Vollkommene Neutralität. Seit ich allerdings die Autobiographie des Dalai Lama gelesen habe, bauen sich Zweifel in mir auf.

Ich muss wieder kurz abschweifen: Im Buch erklärt der Dalai Lama, dass Indien schon seit dem Einmarsch chinesischer Truppen zahlreichen Tibetern Asyl gewährt, aber nie aktiv eingegriffen hat. Fragen wir uns also am Beispiel Indiens: Wäre es nicht besser für Tibet, wenn Indien eingriff? Vielleicht ja, vielleicht würde auch nur alles in einem viel größeren Blutbad als dem gegenwärtigen enden. Und für Indien? Ich möchte mir gar nicht ausmalen was passiert, wenn die beiden bevölkerungsreichsten Länder der Welt aneinander geraten. Und doch gehen das Leiden der Tibeter und die Einverleibung Tibets in China weiter.

Das Problem mit der Polizei

Zurück nach Deutschland: Wenn ein benachbartes Volk angegriffen würde, sollte wir eingreifen? Sicher würden wir das tun aufgrund der Verträge mit EU und NATO. Aber wäre es davon abgesehen auch richtig? Hier schwanke ich wieder zwischen eigener Sicherheit und der Freiheit anderer. Wenn man eine Straftat beobachtet, gilt die Regel: 1. Nicht eingreifen. 2. Polizei rufen. Aber das setzt voraus, dass es eine solche Polizei gibt.

Das bringt mich zu den Vereinten Nationen. Sie sind als eine solche Internationale Polizei geplant, die aufpasst, dass die Regierungen keine Verbrechen begehen. Doch verfehlt sie das leider viel zu häufig; Auch hier kann ich wieder China und den Konflikt um und in Tibet anführen: Mehrfach hat der Dalai Lama zu den UN und auch zum Europäischen Parlament gesprochen, mehrfach wurde China verwarnt, aber wie wir wissen, hat es sich recht wenig darum gekümmert. Warum auch? Zukünftige Weltmacht, bevölkerungsreichstes Land der Erde, strikte diktatorische Führung und darüber hinaus ein großes geographisches Territorium machen China nahezu unantastbar.

Nahezu – Auch China ist von uns abhängig. China ist genauso von anderen Staaten abhängig wie der Rest der Welt. Wenn es keine Unterstützung von außerhalb erhielt, wäre das womöglich eine Art passiver Druck, dem es sich beugen müsste. Die zurückhalten-und-Polizei-rufen-Methode könnte womöglich international funktionieren, wenn sie nur gut organisiert wäre.

Eine Staatengemeinschaft mit Verantwortung

Das wiederum würde die Frage nach dem Eingreifen in Konflikte im Ausland beseitigen, aber vollkommene Neutralität wie die der Schweiz aus Prinzip ausschließen. Jedes Land der Erde müsste wohl oder übel Teil eines Systems sein, in dem jedes Land jedem Volk Asyl gewährt und Druck auf den Angreifer ausübt, um ihn aufzuhalten.

Auch Deutschland wäre dann Teil dessen. Es wäre Teil eines großen Ganzen, nicht nur auf der der Menschheit so unbegreiflichen globalen, aber auch auf der konkreten politischen Ebene. Das hat einen Anklang von sozial und menschlich. Es würde eine menschliche, aber nicht militärische Verantwortung für alle Völker der Welt implizieren, was wiederum solch kontroverse Aktionen wie den Einmarsch in Afghanistan verhindern würde.

Passive Neutralität

Um es zusammenzufassen: Was wir brauchen ist passive Neutralität, wenn ich es denn so formulieren kann. Wir gewähren Asyl und fühlen uns Völkern überall auf der Welt auf der menschlichen Ebene verbunden. Aber wir intervenieren nicht militärisch. Nach dem Prinzip einer Internationalen Polizei würde eine verbesserte UN dafür sorgen, dass Angreifer keine Unterstützung erhalten. Eine wichtige Grundfeste der Mentalität ist die Unterscheidung zwischen der Regierung und dem Volk; Eine militaristische Regierung entspricht nicht dem Volk, das sie regiert. Das Volk ist dementsprechend als unterdrückt und/oder manipuliert zu betrachten. Das schließt die These ein, dass Menschen von sich aus nur Ruhe und Frieden haben wollen.

Nun bezieht sich mein Gedankengang bisher nur auf bewaffnete Konflikte. Über Bündnisse wie die EU werde ich in Teil 2 schreiben. Danke für das Lesen an alle, die es hierher geschafft haben. Ich würde gerne eure Gedanken und Kommentare dazu hören!

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Ein Gedanke zu „Wenn ich König von Deutschland wäre: Außenpolitik Teil 1

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