Rezension: Say Everything von Scott Rosenberg (Englisch)

Der aufmerksame Leser hat sicher vor einiger Zeit auf meiner Facebook-Seite gesehen, dass ich das Buch „Say Everything“ von Scott Rosenberg gelesen habe. Ich muss zugeben, dass ich es nicht komplett durchlesen konnte, da es nur aus der Bibliothek in Niagara Falls ausgeliehen war und ich es dementsprechend vor meiner Abfahrt zurückgeben musste. Ich hatte es aber fast geschafft und möchte daher jetzt eine kleine Rezension darüber schreiben.Worum geht’s? Der Autor schreibt über die Geschichte des Bloggens. Das ist schon ein recht interessantes Thema, weil darüber sonst kaum jemand schreibt. Er unterteilt sein Werk in drei Teile und diese in zwei bis vier Kapitel. Das erste Kapitel setzt wirklich im Unterholz an; Zu einer Zeit, die zwar gar nicht so weit entfernt ist, in der das Internet aber noch in den Kinderschuhen steckte. Er stellt den ersten Blogger vor, der sich gar nicht als solchen begriff und der geradezu abhängig davon war, sein Privatleben bis ins kleinste Detail ins Internet zu stellen. Anmerkung meinerseits: Was für ein Ironie, dass der exzessive Facebook-Nutzer von heute nicht viel anders ist als der erste Mensch, der private Daten ins Netz stellte.

Kapitel für Kapitel geht er bedeutende Phasen des Bloggens durch und beleuchtet mehr oder weniger interessante Umstände, die das Bloggen zu dem gemacht haben, was es heute ist. Rosenberg zeigt zum Beispiel, wie sich die für uns so normale Form des Blogs (eine umgekehrt chronologische Auflistung von Beiträgen) erst durchsetzen musste. Der Konflikt zwischen Bloggern und Journalisten wird genauso gezeigt wie die Verbreitung der Blog-Softwares, namentlich Blogger.

Eine wichtige Rolle spielen anscheinend auch die verschiedenen Sorten von Blogs; die persönlichen Tagebücher, die politischen Blogs, die selbsternannten Journalisten, die Linksammlungen und andere. Der Autor geht neben den Blogs an sich auch auf die Motivationen und Ziele der Schreiber ein. Im letzten Kapitel findet er eine Schlussfolgerung, die ich auch nicht verraten würde, wenn ich es bis dorthin geschafft hätte.

Im Großen und Ganzen ist er recht interessant zu lesen, da Blogs eine größer werdende Rolle als Medien in der Gesellschaft spielen. Dass dieses Phänomen überhaupt eine Geschichte hat, habe ich bisher weder gewusst noch habe ich danach gefragt. Das Buch beschäftigt sich umfassend mit verschiedensten Phasen, durch die das Medium gegangen ist. Ich muss aber zugeben, dass es langatmig werden kann, wenn man nicht wirklich daran interessiert ist; Das Kapitel über die politischen Blogger habe ich zur Hälfte übersprungen.

Auch das erste Kapitel, in dem von den Nacktbildern und depressiven Phasen des ersten Bloggers berichtet wird, ist vielleicht nicht perfekt als Einleitung in die Materie. Interessant ist es hingegen zu sehen, wie Blogs tatsächlich in Interaktion mit den Massen und anderen Medien kamen und kommen.

Was ich zum Ende noch kritisieren, dass sich das Buch vollkommen auf die USA beschränkt. Nun ist der Autor eben Amerikaner, trotzdem aber hätte ich mir gewünscht, dass auch einmal etwas von Blogs in anderen Gegenden der Welt zu hören wäre. Ein australischer Blogger ist der einzige, der genannt wird.

Alles in allem ist es ein etwas spezielles Buch, für dessen Materie man sich wirklich interessieren muss. Aber für alle, die heute bloggen und nie einen Funken von der Herkunft dessen gehört haben, ist es empfehlenswert.

Autor: Scott Rosenberg

Verlag: Broadway (01.06.2010)

ISBN: 978-0307451378

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