Rezension: „Kabelsalat“ von Andrew Blum

Ich möchte heute eine kleine Rezension zum Buch „Kabelsalat – Wie ich einem kaputten Kabel folgte und das Innere des Internets entdeckte“ von Andrew Blum schreiben. Die deutsche Ausgabe erschien 2012 im Knaus Verlag. Das spielerisch gestaltete Cover und der ungewohnte Untertitel stellen dem Leser zuerst die Frage, was wohl der Inhalt dieses Buches sein könnte. Hier kommt er:Der Autor beschreibt seine „Reise durch das Internet“, die er antrat, nachdem ein Eichhörnchen seinen New Yorker Internetanschluss kurz und schmerzlos ausgehebelt hatte. Zum ersten Mal beschäftigt er sich mit den Kabeln und dem Router hinter seiner Couch und stellt sich die Frage, was das Internet ist. Diese schwammige Formulierung bezieht sich hierbei auf die physische Architektur. Und so tritt er eine Reise an, die ihn mehrfach quer durch die USA, nach Amsterdam, Frankfurt und London führt. Er besucht Knotenpunkte des Internets, dokumentiert das Verlegen von Kabeln auf den Straßen New Yorks und an der Küste Cornwalls und macht Rechenzentren von Google und Facebook aus. Er erklärt den Aufstieg Silicon Valleys und trifft Menschen, die dafür sorgen, dass diese Seite hier und alle anderen immer und überall abrufbar sind.

Nun hört sich das Ganze stark nach einem Elektriker-Roman an. Aber nein – der Autor geht doch recht philosophisch an die Sache heran. Da er sich selbst als nichts wissend in Sachen Internet beschreibt, muss er das wohl auch. Tatsächlich geht er bei seiner Suche nach den großen Knotenpunkten, den Routern und Festplatten auch oft und viel darauf ein, wie ihm die Menschen erscheinen, die selbiges instand halten. Und dem Durchschnittsleser bietet er damit eine völlig neue Sicht auf das Internet, die einige Missverständnisse und Lücken klärt. Der Autor berichtet davon, wie schön oder hässlich das Internet sein kann, wie stark es doch entgegen unserer Empfindung an die Geografie gebunden ist und wie mit Seekabeln der Globus umrundet wurde.

Das gesamte Buch bietet eine Reise zu unbekannten Orten, seien es traditionelle Knotenpunkte wie Frankfurt oder zufällig ausgewählte Kleinstädte irgendwo in den USA. Es bringt den Leser hinter die Kulissen dessen, was wir als derart selbstverständlich hinnehmen, aber eine gigantische Infrastruktur erfordert. Das Internet entpuppt sich nicht als ein unantastbares Etwas, das uns drahtlos sein Wunder überbringt. Wie der Titel schon sagt, ist das Gegenteil der Fall.

„Kabelsalat“ bietet einen interessanten Einblick in das Medium, das die Welt veränderte und immer noch verändert, in seine Stärken und Schwächen und die Hintergründe. Es ist sehr schöne Lektüre nicht nur für Leute, die sich für die Technik interessieren. Einen Punkt gibt es aber zu kritisieren: Die deutsche Ausgabe glänzt nur so von Rechtschreibfehlern. („Brieftraube“…)

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Titel: Kabelsalat – Wie ich einem kaputten Kabel folgte und das Innere des Internets entdeckte

Autor: Andrew Blum

Verlag: Knaus

ISBN: 978-3-8135-0388-3

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3 Gedanken zu „Rezension: „Kabelsalat“ von Andrew Blum

  1. Das Buch hatte ich auch schon in der Hand, hab es aber nach Bauchgefühl wieder weg gelegt.
    Deine Anmerkung zu den Rechtschreibfehlern schreckt mich jetzt noch ein bisschen ab, sowas stört mich in professionellem Printwerk extrem. In dem Fall werde ich wohl die nächste Ausgabe abwarten oder es mal aus der Bücherei holen!

    Danke aber für die Rezension :)

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