Rezension: „Weltkrieg der Währungen“ von Daniel D. Eckert

Ich avanciere langsam zum Bücherwurm! Ein weiteres Buch steht heute im Mittelpunkt: Es heißt Weltkrieg der Währungen und wurde vom Reporter Daniel D. Eckert geschrieben. Er behandelt darin in einer für Otto Normalverbraucher zumeist verständlichen Sprache die Geschichte des Dollar, des Euro und des Yuan und klärt einiges in Bezug auf die Griechenland-Krise, den chinesischen Wirtschaftsboom und die Dynamik und Gesetze der Finanzmärkte auf. Dem etwas protzig anmutenden Titel wird im Übrigen sehr schnell Gerechtigkeit getan.

Das Buch ist in vier Teile gegliedert: Der erste beschäftigt sich detailliert mit dem Aufstieg und Niedergang des amerikanischen Dollars. Die Auswirkungen der Weltkriege auf die Vormachtstellung des Dollars und der Absturz des britischen Pfunds werden ebenso behandelt wie die komplizierten Wechselwirkungen zum Gold, der Japan-Krise und dem deutschen Wirtschaftswunder.

Im zweiten Teil geht er auf Chinas neue Waffe ein: den Yuan. Dieses Kapitel ist wohl politisch am brisantesten, denn dem Leser wird die komplizierte Beziehung Chinas zu den USA bewusst. Der Autor klärt auch, warum China dieses und jenes tut oder nicht tut, warum der Wechselkurs niedrig gehalten wird und warum Shanghai der Wall Street und London langsam den Rang abläuft. Er spekuliert ebenfalls über Zukunftsszenarien mit dem Yuan als Leitwährung.

Der dritte Teil bezieht sich auf das für uns Europäer wichtigste Problem: den Euro. Auch hier geht Eckert auf die Entstehungsgeschichte ein und erklärt dieses seltsame Konstrukt namens „Europäische Währungsunion“. Sehr wichtig für jeden von uns sind die Einsichten über die Unschuld des griechischen Volkes und die Macht der Spekulanten.

Das vierte und letzte Kapitel ist dem Gold gewidmet, das seit jeher als Anlagemedium genutzt wird und in der letzten Dekade geradezu eine Renaissance erlebte. Diesem misst er eine wachsende Bedeutung zu, die mit dem schwindenden Vertrauen in Dollar und Euro einhergeht.

Alles in allem muss ich feststellen, dass sich dieses Buch sehr umfassend mit den Geschehnissen der Gegenwart und deren Vorläufern befasst und daher durchaus gelesen werden sollte. Es erklärt ohne viel Fachchinesisch die Kräfte, die über unseren Köpfen werken und die mittlerweile kaum noch jemand nachvollziehen kann. Vor allem aber bringt es uns ein System näher, das aufgrund seines Gewichts und seiner Fähigkeiten unsere größte Aufmerksamkeit genießen sollte. Ich muss aber bemängeln, dass der Autor irgendwann mit dem Begriff „dämonische Dollars“ ziemlich subjektiv erscheint. Er bringt zwar eine Argumentation dafür aufs Papier („Dollars, die nicht durch Waren gedeckt sind“), konnte mir aber nicht den Gedanken abnehmen, dass er etwas Dollar-feindlich eingestellt ist. Doch jedem das Seine. Insgesamt haben wir es hier mit einem sehr lesenswerten Buch zu tun, das seine Nominierung für den Deutschen Wirtschaftsbuchpreis verdient!

Weltkrieg der Währungen

Daniel D. Eckert

2011, FinanzBuch Verlag München

ISBN: 978-3-89879-595-1

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