Ein Traum von Müll

Ich weiß nicht, ob ihr wisst, was die Olsenbande ist. Davon abgesehen, dass sich dieser Satz aufs Ulkigste gereimt hat, handelt es sich dabei um eine Reihe 13 dänischer Filme die zwischen 1968 und 1998 produziert wurden und zentraler Bestandteil der DVD-Sammlung meiner Eltern sind. In Westdeutschland waren sie, wie ich hörte, unter dem Namen „Panzerknackerbande“ eher unbekannt. Der Grund, warum ich davon erzähle ist, dass ich zuletzt etwas Wichtiges von einem dieser Filme gelernt habe.

Ich möchte hier für die Neueinsteiger nicht im Detail die Handlung darlegen. Guckt die Filme einfach selbst; Es lohnt sich! Es geht mir um den 7. Film, den ich zuletzt angeschaut habe. Egon, Benny, Kjeld, Yvonne und Børge haben es zum Ende des vorangehenden Filmes also endlich geschafft: Sie sind in Spanien. Sie sind Millionäre. Sie können sich leisten, was sie wollen. Sie haben eine Villa mit Pool, Sonne satt und einen Butler. Dies ist nun die Ausgangssituation des siebten Films.

Nun könnte die Welt in Ordnung sein, doch der Streit beginnt schon beim Käse. Ja, Käse. Kjeld möchte gern dänischen Käse haben, obwohl ihm Egon darlegt, dass sie bereits dänische Milch, dänische Eier und Pumpernickel haben. Mit der betrunkenen Yvonne, dem beleidigten Børge und dem um mehr Geld bettelnden Benny als Hintergrundmusik wird daraus eine Grundsatzfrage; Kjeld sagt, wenn er das Geld verwalten würde, führe er nach Hause und ginge arbeiten.

Und an dieser Stelle zurück in die Gegenwart. Es ist ein schöner Traum, den ganzen Tag im Paradies zu verbringen und keinen Finger zu rühren. Doch wie hier im Film ist es sicher schon vielen ergangen. Der kapitalistische Traum vom Reichtum ist eine Blase. Nur platzt sie erst, wenn sie erreicht ist.

Es bringt nichts, wenn man mehr und mehr Reichtum anhäuft, mehr Geld, größere Häuser und teurere Geräte. Das ist nicht der Sinn des Lebens, das ist weder das was wir brauchen noch das was wir wollen. Wir glauben nur, das alles wäre wichtig, weil es das ist, was man uns sagt. Doch wir brauchen nichts davon. Im Gegenteil, es erdrückt uns.

All die Dinge, all das Zeug machen uns kaputt. Wir ersticken darunter. Wie viele Dachböden auf der Welt existieren nur, um die Dinge zu horten, die ihre Besitzer schon seit Menschengedenken nicht benutzt oder angesehen haben?

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Ein Gedanke zu „Ein Traum von Müll

  1. Wie wahr.
    Die meißten Menschen würden warscheinlich sagen, dass ein rundum glückliches Leben ihr höchstes Ziel ist. Wer ist nicht gern glücklich? Sie denken, dass ihnen nur noch diese oder jene Sache fehlt. Ein Auto, ein Partner, mehr Gehalt. Viele denken, wenn sie ein bisschen mehr Geld hätten ja dann wären sie viel glücklicher. Dabei wissen viele nicht, dass die eigenen Ansprüche und materiellen Wünsche im gleichen Maß ansteigen wie dein Gehalt. Verdienst du mehr dann kannst du dir zwar auch mehr leisten und bist kurzfristig glücklich aber dann kommen neue Wünsche, du wirst wieder unzufrieden und denkst daran, dass du noch der nächsten Gehaltserhöhung doch so glücklich warst und denkst Geld wäre die Lösung. Das heißt egal wieviel mehr du verdienst(solange die Grundlagen zum überleben vorhanden sind) das Maß deiner Unzufriedenheit bleibt immer gleich.
    Zeit sich darüber Gedanken zu machen, ob mehr Geld und mehr Konsum wirklich das ist was man will!

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