Wenn ich König von Deutschland wäre: Gerechte Entlohnung

Jetzt kurz vor der Bundestagswahl werden so einige Themen wieder aufgewärmt, wie zum Beispiel der Mindestlohn. Ein schönes Konzept ist es, und vor allem ein nötiges. Ich habe anstatt dessen aber eine andere Idee, die an beiden Enden ansetzt: Mehr für die kleinen Leute und weniger für die großen.

Was der Mindestlohn schafft und nicht schafft

Die Schere zwischen arm und reich öffnet sich dieser Tage immer weiter. Es ist auch absehbar; Die Chefs haben die Allmacht über die Gehälter der Angestellten und nutzen das dementsprechend aus. Gleichzeitig schieben sie der eigenen Tasche tendenziell mehr zu. Das ist auch keine Unterstellung, es ist einfach die logische Folge, die zu jeder Zeit in der Realität sichtbar ist.

Eine Lösung wie der Mindestlohn ist daher nur eine halbe. Sie setzt unten an und sorgt dafür, dass sich jeder über Wasser halten kann, verhindert aber nicht das Ansteigen anderer Gehälter ins Unendliche. Außerdem ist der Mindestlohn eine dieser Kampflösungen, bei der der Arbeitgeber gezwungen wird, mehr zu zahlen. Das richtige System sollte ihn dazu motivieren.

Ein anderes Konzept

Meine Idee ist im Prinzip recht simpel: Man habe einen großen Topf, der über den Monat mit dem Geld gefüllt wird, das am Ende in Form von Gehältern ausgezahlt wird. Man teile den Betrag durch die Anzahl der insgesamt erarbeiteten Stunden aller Mitarbeiter und gebe jedem den gleichen Stundenlohn.

Offensichtlich hätte das zur Folge, dass jeder am Ende gleich viel hat. Es hätte aber auch zur Folge, dass jeder direkt seinen Stundenlohn beeinflussen könnte. Wenn sich die Mitarbeiter mit dem Unternehmen verbinden und aus eigenem Antrieb dafür sorgen, dass es mehr Gewinn abwirft (indem sie es aus persönlicher Überzeugung vertreten), wächst der Topf. Dementsprechend wächst auch der Lohn.

Auch der Chef, der der über die Gehälter entscheidet, wäre angehalten, seinen Mitarbeitern möglichst viel auszuzahlen, sprich den Topf wachsen zu lassen, denn auch er zehrt davon.

Schwächen des Systems

Natürlich sind auch von Anfang an ein paar Schwächen abzusehen; Zum Beispiel würde das Einstellen eines neuen Mitarbeiters die Löhne der anderen kürzen, was besonders bei kleinen Unternehmen sehr starke Auswirkungen haben könnte: Stellt ein Gründer seinen ersten Mitarbeiter ein, muss er selbst eine Einbuße von 50% hinnehmen. Solche Dinge sollten natürlich verhindert werden.

Anders herum wäre ein Chef immer persönlich motiviert, möglichst wenige Mitarbeiter zu haben, da jeder zusätzliche Arbeitnehmer eine Einbuße für ihn selbst und die anderen bedeutet.

Gleiches für alle

Die wichtigste Frage ist meiner Meinung nach ethischer Natur: Ist es gerechtfertigt, alle Menschen gleich zu bezahlen? Ich bin selbst der Ansicht, dass man zum Beispiel Ärzten und Feuerwehrleuten durchaus mehr zahlen könnte als anderen Menschen, da sie Leben retten. Andererseits sollte jede Arbeit nur deshalb getan werden, weil sie nötig ist. Warum also sollte ich jemanden, den ich für mein Unternehmen brauche, und sei es der Hausmeister, geringer bezahlen als andere?

Darin schwingt eine Philosophie mit, die bei uns wenig bedacht wird. Wir staffeln Berufsgruppen danach, wie viel Bildung nötig ist, um diesen Beruf auszuführen. Wer eine höhere Bildung hat, verdient in der Regel mehr. Aber vielleicht sollte mehr Bildung nicht zu mehr Gehalt führen. Vielleicht sollte sie dazu führen, dass man den Beruf ausführen kann, den man gern ausführen möchte.

Zeit als Währung?

Wenn man das Szenario noch etwas weiter denkt, könnte man sich fragen, ob Zeit an sich nicht eine Währung werden könnte. Zeit hat den Vorteil, dass sie gerecht ist. Jeder hat 24h am Tag, da spielen das Elternhaus oder das soziale Umfeld keine Rolle. Anscheinend wurde das Konzept schon einmal in dem Film „In Time“ durchgespielt. Er soll sehr pessimistisch und ist im Übrigen Science-Fiction.

Ich denke, Zeit ließe sich auch auf etwas angenehmere Art als Währung etablieren. Was sagt ihr zu meiner Idee? Schreibt mit eure Kommentare!

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